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Showdown in Mainhatten

Am 24. Mai können die Aktionäre der Deutschen Bank endlich selbst darüber entscheiden, was sie vom Vorstands- und insbesondere vom Aufsichtsratsvorsitzenden halten. Zuvor sollten sie sich aber gründlich eine Meinung bilden. Das Aktionaersforum eröffnet jetzt dazu eine Debatte.

Hauptversammlungen der Deutschen Bank gehören ohne Zweifel zu den ganz besonderen Höhepunkten deutscher Kapitalmarktkultur. Unvergessen bleiben die acht Minuten Standing Ovations, die vor sechs Jahren die versammelten Aktionäre dem seinerzeit scheidenden Vorstandschef Josef Ackermann gewährten, nachdem der in einer ausführlichen Laudatio auf sich selbst darauf hingewiesen hatte, was für eine phantastisch aufgestellte Bank er an seine Nachfolger doch übergeben habe.

Heute wissen wir es besser. Ackermanns Nachfolger und deren neuer Oberaufseher Paul Achleitner hatten bei den Aktionärstreffen in den Folgejahren reichlich damit zu tun, ihren Aktionären zu erklären, warum Aktienkurs und Dividenden schwächelten. Sie versprachen stets Besserung, viele Aktionäre glaubten ihnen – doch Vorstand und Aufsichtsrat lieferten nicht. Während die internationalen Wettbewerber Rekordergebnisse vorlegen, gibt die Deutsche Bank seit Jahren und besonders derzeit ein ausgesprochen trauriges Bild ab.

Nach zuletzt vier Kapitalerhöhungen, drei Verlustjahren in Folge, zwei umfangreichen Vorstandsrochaden und einer – vorsichtig formuliert – umstrittenen Aufsichtsratssitzung, in der Achleitner per Telefonkonferenz vor wenigen Wochen Vorstandschef John Cryan absetzte und Christian Sewing zum neuen Primus beförderte, herrscht Unruhe im Aktionariat des Instituts.

Am 24. Mai können die Aktionäre dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank klar machen, was sie von ihm und seinen Aktionen halten. In der Frankfurter Messehalle muss Aufsichtsratschef Paul Achleitner den Eigentümern dann Rede und Antwort stehen. Achleitner wird sich wohl auf eine hitzige Veranstaltung einstellen, in der die Aktionäre kräftig Dampf ablassen. Eine Hauptversammlung, wie sie sein Kollege Klaus-Peter Müller bei der Commerzbank jahrelang über sich ergehen lies. Nach dem Motto: Irgendwann ist die HV schon vorbei – und dann machen wir weiter wie geplant.

Doch da könnte der Österreicher an der Spitze der deutschen Bank sich täuschen. Der Frust der Aktionäre ist groß, ein Gutteil seines Kredits hat Achleitner verspielt. Geben die Aktionäre ihm jetzt dafür die Quittung?

Das Aktionaersforum startet im Vorfeld der HV auf seiner Homepage eine Diskussion. Was halten die Aktionäre wirklich von den Organen ihrer Bank? Alle Investoren sind aufgerufen sich daran zu beteiligen. Die Aktionäre können dabei auch Fragen an die Bank stellen. Das Aktionaersforum leitet die Fragen an die Verantwortlichen des Instituts weiter und veröffentlicht auf seiner Homepage die Antworten. Fragen, die die Bank nicht beantwortet, stellt ein Sprecher der Aktionaersforum AG auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank. Dann muß der Vorstand antworten.

Themen gibt es mehr als reichlich: Wie bewerten die Aktionäre Strategie und Geschäftsmodell der Deutschen Bank? Wie teuer kommt der vom neuen Vorstandschef Sewing unlängst angekündigte Strategieschwenk? Sind die Milliarden-Boni vor allem an die Investmentbanker angesichts des schwachen Aktienkurses rausgeworfenes Geld?

Vor allem müssen die Aktionäre bei der HV über eine Fülle von Anträgen abstimmen. Sollen sie Vorstand und Aufsichtsrat, wie vom Unternehmen beantragt, für das vergangene Geschäftsjahr tatsächlich entlasten – oder besser nicht? Sollen sie ihre Zustimmung geben, den nicht unumstrittenen amerikanischen Investmentbanker John Thain ins Kontrollgremium zu holen – oder besser nicht?

Ein Urteil sollten die Aktionäre sich unbedingt aber auch zu Anträgen bilden, die nicht von der Verwaltung, sondern von anderen Aktionären ins die HV eingebracht wurden. So schlägt die Riebeck-Brauerei unter anderem vor, die Aktionäre sollten Paul Achleitner aus dem Aufsichtsrat abberufen und einen Sonderprüfer für die Bank bestellen. Angesichts der Turbulenzen in der Bank und einer ausführlichen Begründung des Antrags, nachzulesen auf der Homepage der Deutschen Bank, sollte man das Ansinnen nicht vorschnell als Wichtigtuerei eines renitenten Kleinaktionärs abtun. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Bank nicht endlich zur Ruhe kommen sollte, dabei hilft eine Sonderprüfung gewiß nicht. Fraglich ist auch, welche Interessen hinter der Riebeck-Brauerei stehen.

Wie denken die Aktionäre darüber? Diskutieren Sie mit, das Forum ist ab sofort für die Diskussion zur Deutschen Bank geöffnet.

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