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Crashtest in der Porsche Arena

Was dürfen die freien Aktionäre von der Porsche SE erwarten? Nur ein paar Euro Dividende? Oder endlich auch handfeste Informationen über die zahllosen Skandale, die das Machtzentrum des größten Automobilkonzerns der Welt seit Jahren erschüttern? Bei der Hauptversammlung haben die Vorzugsaktionäre Gelegenheit, ihre Rechte einzufordern.

Wenn sich am 15. Mai in Stuttgart die Aktionäre der Porsche SE zu ihrer Jahreshauptversammlung treffen, mag das auf manche wie ein großes Familientreffen wirken. Fünf Tage vorher hat Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender des gleichnamigen Unternehmens, seinen 75. Geburtstag. Auf der Bühne in der Porsche-Arena, wo bei der HV die Aufsichtsräte und Vorstände Platz nehmen, trifft er dann zahlreiche Verwandte und Bekannte, Friends & Family.

Unten in der Arena sitzen ein paar hundert Vorzugsaktionäre, Vertreter institutioneller Großinvestoren und Privataktionäre. Im Vergleich zu den Stammaktionären – allesamt Mitglieder der Familien Porsche und Piech – haben die Vorzugsaktionäre nicht viel zu melden. Sie kassieren zwar Dividende, dürfen aber etwa über die beantragte Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder die Neuwahlen für den Aufsichtsrat nicht abstimmen.

Ganz ohne Rechte sind die Vorzugsaktionäre deshalb freilich nicht. Sie haben umfassende Auskunftsrechte, der Vorstand muss als ihre Fragen beantworten, und zwar wahrheitsgemäß! Und sie dürfen Anträge zur Tagesordnung einbringen. Für das aktionaersforum ist die HV des Autobauers Anlass, auf Ihrer Homepage eine Diskussion zu starten: Wie halten Sie von der Porsche SE, ihrem Vorstand, ihrem Aufsichtsrat und ihrem Geschäftsgebaren?

Diskutieren Sie mit, Themen gibt es reichlich: Seit Jahren werden Porsche und seine Beteiligungsunternehmen Volkswagen und Audi von der Dieselgate getauften Betrugsaffäre gebeutelt. Die Affäre hat den Konzern – und damit die Aktionäre - schon weit über 25 Milliarden Euro an Bußgeldern und Entschädigungen gekostet. Und es wird noch mehr: Zahlreiche Klagen von Verbrauchern beschäftigen die Justiz. Juristisch aufgearbeitet werden muss auch noch die Volkswagen-Übernahme durch Porsche, bei der Investoren dem Unternehmen Marktmanipulation vorwerfen, die ihnen Milliardenverluste beschert hat.

Anlass für Fragen von Aktionären bietet auch die Art und Weise, mit der Porsche und die Porsche-Beteiligung Volkswagen die versprochene Aufarbeitung der Skandale verzögern und verschleiern, wie renommierte Juristen beklagen. Dazu gehört auch ein – zurückhaltend formuliert – besonders eigenwilliges Verständnis von den Prinzipien guter Corporate Governance, das Aufsichtsrat und Vorstand des Automobilkonzerns praktizieren.

Christian Strenger, Mister Corporate Governance in Deutschland und langjähriges Mitglied in der Regierungskommission, hat einige lesenswerte Anträge zur HV der Porsche SE eingebracht. Besonders empfehlenswert ist Lektüre der Begründung seiner Anträge. So ist die für die Vorzugsaktionäre vorgeschlagene Dividende für ihn ein „völlig unangemessener Ausgleich für das fehlende Stimmrecht der aufgrund des Dieselskandals und der Affentests intensiv gebeutelten Vorzugsaktionäre“.

Eindeutig fällt auch Strengers Urteil über den Porsche SE-Vorstand und VW-Oberaufseher Pötsch aus: „Vor nunmehr fast acht Jahren hat sich die Porsche Automobilholding SE durch ihren heutigen Vorstandsvorsitzenden Pötsch schriftlich verpflichtet, für eine bessere Governance und faire Behandlung außenstehender Aktionäre zu sorgen. Davon ist weiterhin praktisch nichts zu sehen.“

Aktionaersforum wird auf seiner Homepage den Verlauf der Diskussion bis zur Hauptversammlung dokumentieren und fortlaufend das Geschehen bei der Porsche SE analysieren und die Aktionäre informieren.

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