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Widerstand gegen Börsen-Fusionspläne

Die Gegner der Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange formieren sich. Vor allem die Deutsche Börse dürfte bei dem Zusammenschluss wohl mehr zahlen und erklären müssen als erhofft.

Der in der vergangenen Woche verkündete Fusionsplan der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) nimmt den von vielen erwarteten Gang.

Nachdem die Anleger den geplanten Zusammenschluss zunächst mit Kurssprüngen beider Börsenbetreiber aufgenommen hatten, richten die Scheinwerfer sich nun auf die möglichen Gegner jenes Deals zwischen Deutscher Börse und LSE, der dank einer kombinierten Marktkapitalisierung von mehr als 25 Milliarden Euro ein Schwergewicht unter den weltweiten Betreibern von Handelsplattformen hervorbringen würde.

Ein Schwergewicht, das in der Lage wäre, auch den bislang dominanten asiatischen und vor allem US-Spieler herauszuforndern. Zu letzteren zählen allen voran die bei bei Futures und Optionen führende Chicago Mercantile Exchange (CME) und der Börsenbetreiber ICE, der bereits die New York Stock Exchange (Nyse) und die europäische Mehrländerbörse Euronext kontrolliert.

Während Experten noch mit einem möglichen Gegenangebot der CME rechnen, bereitet die ICE dem Finanzdienst Bloomberg zufolge ein solches bereits vor.

© Deutsche Börse

Dies wiederum habe von Bloomberg nicht näher genannten Beteiligten zufolge die Deutsche Börse und die LSE veranlasst, sich für die beabsichtigte Übernahme der LSE durch die Deutsche Börse Unterstützung von Banken zu sichern.

Im Ergebnis dürfte die Gegenofferte zumindest zu einem höheren Preis führen, den die Deutsche Börse für vom Vostandschef Carsten Kengeter als 'Merger of Equals' bezeichneten Zusammenschluss zahlen müssten.

Doch selbst wenn die Gegenofferte ins Leere liefe, wäre der Deal noch nicht durch. Denn die Zustimmung der Aufsichtsbehörden ist längst nicht gesichert. So scheiterte die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der Mehrländerbörse Nyse Euronext 2012 an eben jenen Wettbewerbswächtern. Diesbezüglich äußert Kengeter die Einschätzung, dass keine Wettbewerbsbeschränkungen bestünden.

Und selbst wenn die europäischen Kartellbehörden dem Zusammenschluss zustimmen würden, könnten nationale Interessen ein weiterer Stolpertstein für Deutsche-Börse-Chef werden. Denn Fest steht nach dem Willen von Deutscher Börse und LSE bereits, dass der Hauptsitz der neuen Holding London sein soll.

Unterhalb der Holding sollen beide Unternehmen und auch die jeweiligen Börsennotierungen in Frankfurt und London zwar erhalten bleiben. Doch die Sorge um den Finanzplatz Frankfurt dürfte das nicht zerstreuen.

„Die Fusion, so wie wir sie andenken, wird Frankfurt nützen und nicht schaden“, sagte Kengeter zwar der Börsen-Zeitung. Nur warum Frankfurt am Main von der Verlegung des Hauptsitzes der Deutschen Börse profitieren sollte, das hat er bislang noch nicht verraten.

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