DMG Mori Seiki

Was bringt die Übernahme von Gildemeister durch Mori Seiki?

Gildemeister soll in seinem japanischen Partner aufgehen. Mehr als 50 Prozent der Anteile will Mori Seiki kaufen. Ist der gebotene Übernahmepreis für Anleger angemessen?

Inzwischen hat Elliott seinen Anteil auf 15,1 Prozent aufgestockt: http://bit.ly/1KwN9eF
Damit scheint folgendes Szenario immer wahrscheinlicher: Die japanische DMG Mori Seiki Company Ltd. braucht 75 Prozent der Anteile + eine Aktie. Denn nur so kann das Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der deutschen Tochter Tochter DMG Mori Seiki AG abschließen. Und den Vertrag wollen die Japaner lieber heute als morgen unter Dach und Fach bringen. Denn sie haben durch die kreditfinanzierte Übernahme rund 900 Millionen Euro Schulden angehäuft. Die frühere Gildemeister AG hat dagegen ein Cashpolster von 380 Mio. Euro. Dieses Geld wäre in Japan sehr willkommen.
Elliott weiß das und hat sich deshalb 15,12 Prozent der Aktien gesichert. Das heißt, wenn die Japaner 75 + X Prozent der Aktien der DMG Mori Seiki AG erwerben wollen, kommen sie an Elliott nicht vorbei. Elliott kann daher einen strategischen Preis für den eigenen 15,1-Prozent-Anteil verlangen. Spannend ist jetzt die Frage, wie müssen andere Aktieninhaber sich in dieser Gemengelage positionieren? Günther HerzigAntworten 0

Jetzt ist also vorerst Ende: Nach der Erhöhung ihres Angebots im März auf 30,55 Euro je Aktie kommen die Japaner nun auf einen Anteil von 52,54 Prozent an der alten Gildemeister, die
Ja inzwischen unter dem Namen DMG Mori Seiki AG firmiert. Und hier das Zitat dazu: "Damit würden die Ergebnisse der Aktiengesellschaft künftig als Teil des japanischen Konzerns ausgewiesen", teilt DMK in Tokio mit.
Stellt sich nun die Frage: Kommt es auch infolge dieser Übernahme zu einem Spruchverfahren? Die beteiligten großen Investoren aus Übersee sind da ja in der Regel forscher als die deutschen Fonds - und gehen notfalls auch den Weg über solche Verfahren. Sollte man sich an solch einem Verfahren also, sofern es eines geben wird, beteiligen? Hubert MüllerAntworten 1

Da kommt bestimmt ein weiteres Angebot. Wenn nicht in den nächsten Tagen, dann mit ein bisschen verzögerung. Denn die DMG Mori Seiki Co. hält als Bieter ja jetzt schon mehr als 40 Prozent der Aktien, die sie mit ihrem aktualisierten Angebot angeblich mindestens anstrebt. Das ist natürlich nur ein kleiner Verfahrenstrick, denn die Offerte der Japaner ist somit formal gültig. Und die perspektive? Die Analysten von Oddo Seydler meinen heute prompt, dass die Japaner weiterhin mehr als 75 Prozent der Aktien halten wollen. Wer sich nach Oddo Seydler richten möchte, sollte seine Aktien jetzt also nicht verkaufen. Auch nicht zum neuen Preis von 30,55 Euro. Günter MeermannAntworten 0

Gute Entwicklung für die Kleinaktionäre, keine Frage. Ob daraus allerdings ein Spruchverfahren wird? Von der Möglichkeit eines Squeez-outs jedenfalls (was allerdings nicht der einzige Anlass für solch ein Verfahren ist) scheinen die Japaner ein gutes Stück entfernt. Habe gerade in der ad hoc gelesen, dass der Bieter jetzt nur noch einen deutlich geringeren Erfolg ihres Kaufangebots anstreben - und entsprechend auch einen geringeren Anteilsbesitz an dmk mori seiki. Statt 50 Prozent Annahmeschwelle werden jetzt nur noch 40 Prozent angestrebt. Das ist schon ein Wort, ein Eingeständnis fast schon, anfangs viel zu wenig geboten zu haben. Und vielleicht soll es auch signalisieren, dass die Japaner jetzt nicht mehr nachbessern werden. Mal schauen, ob sie womöglich sogar das Scheitern ihres Angebots hinnehmen würden. Für Kleinanleger aber sicher kein Grund, jetzt nachzugeben. Man sieht ja, dass Bewegung in die Sache kommt. Hubert MüllerAntworten 0

Vielleicht bekommen die alten Freunde der ehrwürdigen Gildmeister ja doch noch Unterstützung, und wieder einmal aus den USA. Hier die News: "Der US-Hedgefonds Elliott legt beim Kampf um einen höheren Übernahmepreis für den Werkzeugmaschinenbauer nach. Der vom US-Milliardär geführte Fonds erhöhte seinen Anteil an dem vom japanischen Partnerkonzern gleichen Namens umworbenen Unternehmen auf 5,5 Prozent, wie aus einer am Freitagabend veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Erst am Donnerstag hatte die deutsche DMG eine Erhöhung des Anteils von Elliott über die Meldeschwelle von 3 Prozent bestätigt." - Also doch ein Aufschlag für uns? Manfred KochAntworten 0

Das wird die ganze Sache auf jeden Fall deutlich interessanter machen.Ich bin mir sehr sicher, dass da mehr rauskommen wird. Manfred SchubertAntworten

Da haben Sie recht gehabt. Die Japaner haben ihr Übernahmeangebot jetzt jetzt deutlich aufgestockt, und zwar auf 30,55 Euro. Und das, nachdem zuvor schon eine Erhöhung auf 30,00 Euro angekündigt worden war - was eine Erhöhung um 10 Prozent verglichen mit dem Ursprungsangebot ausgemacht hätte. Mit der aktuellen Erhöhung von 30,55 Euro kommt also noch einmal etwas drauf. Um so klarer natürlich die Eingangsfrage erneut: Wie viel ist die alte Gildemeister den Japanern denn wohl wert? Oder anders gefragt: Was ist Gildemeister wert? Aktionäre können sich, glaube ich mittlerweile, auf ein weiteres Spruchverfahren einstellen. Günter Meermann

Interessant ist, dass sich die ehemaige Gildemeister jetzt selbst klein redet. Gerade ein Rekordjahr hinter sich, meldet sich jetzt der Vorstandschef Rüdiger Kapitza und stellt erst einmal das Jahr 2015 unter schlechte Vorzeichen. Und das genau in dem Moment, in dem die EZB nicht nur die Assetpreise inflationiert, sondern auch den Außenwert des Euro drastisch drückt. Und das sollte der Ex-Gildemeister doch wohl entgegenkommen. Schließlich exportieren die ihre Maschinchen in alle Herren Länder. Verglichen mit den Japanern, die ihren Währungsturbo schon hinter sich haben, weiß ich nicht, warum die Bielefelder Mori Seiki so schweren Zeiten entgegen gehen soll. Hat man Kapitza den Chefposten im neuen Gesamtkonzern in Aussicht gestellt - oder warum redet der gute Mann aktuell so? Günter MeermannAntworten 1

Hier noch zwei Fundstücke, quasi in eigener Sache - also der Frage nach dem Kursnachschlag. Ein paar Analysten rechnen jedenfalls mit Nachschlägen:
1) Die Investmentbank Equinet hat das Kursziel für DMG Mori Seiki nach der angekündigten Anteilsaufstockung durch die japanische Mori Seiki Co. Ltd. von 28 auf 32 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Das Kaufgebot von 27,50 Euro spiegle nicht die potenziellen Synergien einer vertieften Kooperation beider Unternehmen wider, schrieb Analyst Holger Schmidt.
2) Die DZ Bank hat die Einstufung für DMG Mori Seiki nach der angekündigten Anteilsaufstockung durch die japanische Mori Seiki Co. Ltd. auf "Kaufen" belassen und am fairen Wert von 26 Euro vorerst festgehalten. Die Kaufofferte von 27,50 Euro dürfte die künftige Kursuntergrenze sein, schrieb Analyst Jasko Terzic in einer Studie vom Donnerstag. Hubert MüllerAntworten 0

Tja, Nachschlag.... hier hingegen sind Leute anderer Meinung:
Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat DMG Mori Seiki nach der angekündigten Anteilsaufstockung durch die japanische Mori Seiki Co. Ltd. auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 22 Euro belassen.Dieser Schritt habe überrascht, schrieb Analyst Gordon Schönell in einer Studie vom Donnerstag. Die Kaufofferte von 27,50 Euro sei fair, weil sie den wohl noch zu hohen Konsensschätzungen Rechnung trage. Günter MeermannAntworten

Angeblich haben Prüfer der KPMG doch den "fairen Unternehmenspreis" ermittelt. Damit muss sich ja kein Anleger zufrieden geben. Jedermann weiß, wie solche Werte manchmal eben auch über den großen Daumen hinweggepeilt zustandekommen; das sieht man ja immer wieder in Spruchverfahren, bei denen Aktionäre in vielen Fällen einen Aufschlag zum ursprünglich angebotenen Kaufpreis nachverhandeln konnten. Und in diesem Fall soll die KPMG sich ja nach dem "Stuttgarter Verfahren" gerichtet haben. Ich bin da kein Experte. Aber damit ist wohl die Landgericht-Kammer in Stuttgart gemeint. Und die stehe eher im Ruf, sehr konservativ zu verhandeln. Also auch eher ein Argument, so das alles stimmt, jetzt noch keine mori seiki Aktien zum jetzt angebotenen Preis abzugeben. Finde ich jedenfalls. Manfred SchubertAntworten 0

Ein seltsames Spiel bei dem Unternehmen. Schon vor Jahren hatten die beiden Gesellshaften eine Überkreuzbeteiligung vereinbart, die Japaner schienen immer ehr an einer aktiven Rolle interessiert. Dann aber hatte die Ex-Gildemeisters ihen Anteil an der japanischen Co-Firma ausgebaut. Da würde mich fast mal interessieen, ob beide Unternehmen eigentlich je eine Übernahme statt einer Fusion angekündigt haben... ist das erlaubt? Erstmal zum Nachschlag: Offenbar ist ein institutioneller Investor eingestiegen, sonst wäre der Kurs nicht so hoch gegangen, wie Sie schon geschrieben haben. Da kann man dann damit rechnen, dass dieser Investor noch mehr sehen will - weil er den Unternehmenswert von dmk eben offenbar höher einschätzen. Ich würde jetzt nicht zum angebotenen Preis meine Aktien an die Japaner verkaufen. Günter MeermannAntworten 0