Vorstand nicht entlasten, sondern Verklagen!

Im Siemens-Fall wurde doch entschieden, dass eine Pflichtverletzung vorliegt, wenn trotz wiederholt zur Kenntnis gebrachter Gesetzesverletzungen keine bzw. jedenfalls keine ausreichenden Maßnahmen zur Aufklärung und Untersuchung von Vorständen, deren Abstellen und der Ahndung der betroffenen Mitarbeiter eingeleitet wurden. Warum agiert man im Fall VW so zögerlich? Die Fakten- und Rechtslage ist doch eindeutig! Es ist dringend angezeigt, da der Vorstand nicht entlastet wird, sondern die Verantwortlichen unverzüglich auf Schadensersatz verklagt werden.

Der Aufsichtsrat agiert hier vollkommen vernünftig und angemessen! Es muss jetzt nach vorne geschaut werden! Schadensersatzklagen gegen über Jahre erfolgreiche Manager bringen niemandem etwas. Herr Winterkorn hat den Konzern über Jahre erfolgreich geführt, was kann er denn dafür, wenn ein paar Ingenieure ihr eigenes Süppchen kochen. Im übrigen halte ich die Schadensersatzforderungen in den USA für vollkommen überzogen. Merkt denn in Deutschland niemand, dass diese nur von protektionistischen Interessen gesteuert werden? In der Tat müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und zwar Management, Aufsichtsrat, Aktionäre und Politik - nur so kann der Angriff der US-amerikanischen Auto- und Finanzindustrie gegen deutsche Unternehmen abgewehrt werden. Jan MaidhofAntworten 0

Das ist richtig, die Passivität des Aufsichtsrats ist skandalös. Wenn ich dann in Interviews lese, man müsse an einem Strang ziehen, dann ist das doch ein sehr bizarres Verständnis von gesunder Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat sollte endlich mal seine Kontrollfunktion wahrnehmen! Insbesondere die Familienvertreter des Großaktionärs scheinen jedoch eher daran interessiert zu sein, die Manager bei Laune zu halten, damit sie ihnen gefügig bleiben. Maximilian KunzelmannAntworten 1

Kurzer Nachtrag: Ich zitiere aus einer offiziellen VW-Mitteilung: Der Aufsichtsrat hat prüfen lassen, ob nach derzeitigem Kenntnisstand eindeutige und schwerwiegende Pflichtverletzungen von aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitgliedern festzustellen sind. Ungeachtet dessen, dass die Jones Day Untersuchung derzeit noch läuft, sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine eindeutigen und schwerwiegenden Pflichtverletzungen von aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitgliedern festgestellt worden, die einer Entlastung zum jetzigen Zeitpunkt entgegenstehen würden! Es ist doch somit glasklar, dass der Aufsichtsrat hier alles richtig macht! Wenn zwei renommierte Anwaltskanzleien und ein ehemaliger Bundesrichter zu dem eindeutigen Votum kommen, dass hier alles in Ordnung ist, dann sehe ich da keinen Handlungsbedarf. Jan MaidhofAntworten

Ich denke Sie haben die Neuigkeiten aus Braunschweig mittlerweile auch vernommen, falls nicht: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/verdacht-auf-marktmanipulation-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-ex-vw-chef-winterkorn-1.3043021
Im übrigen sind die Kompetenzen in einem Rechtsstaat ja eigentlich klar verteilt: Die Frage, ob sich die Verantwortlichen an Recht und Gesetz gehalten haben, beurteilen Staatsanwälte und Richter und nicht hoch bezahlte Großkanzleien und Pensionisten mit irgendwelchen Gutachten. Ludger Bellingheim

Purer Populismus! Natürlich müssen jetzt alle zusammenarbeiten, um den Konzern gestärkt in die Zukunft zu führen. Die Vertreter der Familien Porsche und Piech leisten seit Jahren exzellente Arbeit bei VW und ihren Konzerntöchtern. Sie handeln visionär und verantwortungsvoll. Zielen Sie mit ihrer Kritik doch mal lieber auf die Staatsaktionäre aus Hannover. Das sind die eigentlichen Blockierer und Versager Jan MaidhofAntworten