ThyssenKrupp AG

Schafft Heinrich Hiesinger den Konzernumbau bei ThyssenKrupp?

ThyssenKrupp ist ein Synonym für Stahl. Der Konzern will sich aber unabhängiger von dieser Sparte machen. Doch der Umbau zieht sich auch unter Konzernchef Hiesinger hin. Verfolgt ThyssenKrupp die richtige Strategie? Und hat der Konzern die für den Umbau nötigen Ressourcen?

Neues zum Schienenkartell bei Thyssenkrupp: Die Welt berichtet, dass schon seit zehn Jahren ermittelt wird. Nur Ex-Chef Schulz will davon nichts gewusst haben. Hatice AydoganAntworten 0

Allerdings trennt sich Hiesinger jetzt doch von einem Aufzuggeschäft, wenn auch einer Miniminisparte: Die finnische Fahrstuhl-Servicetochter wird offenbar an Kone verkauft. Die Sparte macht zwar kaum Umsatz, aber in der aktuellen Debatte um die Neuausrichtung des Konzerns wirkt das komisch.
http://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/Thyssenkrupp-Aktie-gefragt-Stahlkonzern-verkauft-finnische-Fahrstuhl-Servicetochter-an-Kone-1001071407 Sven PietschAntworten 1

Das wirkt vor allem deshalb komisch, weil just im gleichen Moment anderswo ein (wenn auch ebenfalls kleines) Stahlgeschäft zugekauft wird: das ungarische Stahl-Service-Center der IAI Holding A/S in Győr
http://www.pressebox.de/inaktiv/thyssenkrupp-materials-international-gmbh/thyssenkrupp-verstaerkt-Aktivitaeten-in-Osteuropa/boxid/783038 Nina BacksAntworten

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger will die Aufzugsparte nicht verkaufen. Also bleibt es beim Stahlunternehmen mit anderen Sparten. "Wir lassen uns keine Entscheidung aufzwingen, die Thyssenkrupp nicht nachhaltig stärkt, sondern nur auf eine kurzfristige Bilanzoptimierung hinausläuft", sagte Hiesinger im Gespräch mit 'Capital'.
http://www.tagesspiegel.de/advertorials/ots/capital-gj-wirtschaftsmedien-thyssenkrupp-vorstandschef-hiesinger-kein-verkauf-der-aufzugsparte/12976956.html Alexandra FuhrmannAntworten 1

Vielleicht interessant dabei: Hiesinger nimmt im Capital-Interview anscheinend sogar Bezug auf Civian: "Wer eine langfristige Wertorientierung hat, den versuchen wir zu überzeugen. Wer sich kurzfristiger am Aktienkurs orientiert, der wird derzeit nicht zufrieden sein." Das sei auch der Konzern nicht. "Aber wir werden uns nicht verleiten lassen, Dinge zu tun, die Thyssenkrupp als Ganzes schaden."
http://www.tagesspiegel.de/advertorials/ots/capital-gj-wirtschaftsmedien-thyssenkrupp-vorstandschef-hiesinger-kein-verkauf-der-aufzugsparte/12976956.html Karsten StummAntworten

Und da ist er da, der offene Konflikt mit dem schwedischen Investor Civian. Die wollten doch genau eine kurzfristige Ergebnisverbesserung. Da kann man sich als Kleinaktionär ausmalen, wie die Debatte bei ThyssenKrupp weitergehen wird. Nina BacksAntworten

Hier noch genauer die Probleme von ThyssenKrupp im Stahlgeschäft: Der Umsatz im europäischen Stahlgeschäft belief sich nach Unternehmensangaben im ersten Quartal 2015/2016 auf 1,7 Milliarden Euro und ging damit um 13 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres zurück. Auf dem amerikanischen Markt lag der Umsatz bei 350 Millionen Euro und damit sogar 30 Prozent unter dem Wert des Vorjahrs.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/bei-thyssenkrupp-regiert-das-prinzip-hoffnung-aid-1.5765042 Marcel StockmannAntworten 1

Vielleicht hilft ja tatsächlich die EU den Aktionären von ThyssenKrupp. Natürlich nicht direkt, aber vielleicht indirekt: Immerhin sind offenbar 40.000 Stahlarbeiter am Wochenende in Brüssel gegen Stahl-Billigimporte aus China auf die Straße gegangen. Und unter den Demonstranten waren deutsche Stahlarbeiter in der Minderheit. Das ist gut, denn zugunsten des "Musterschülers" Deutschland (oder eines deutschen Unternehmens) würde die EU sowieso nichts unternehmen, fürchte ich. Nils KlammannAntworten

Ich möchte behaupten, dass das Gegenteil von dem, was Sie sagen, richtig ist. Ich habe jetzt gerade wieder gelesen, dass beispielsweise bei den Banken in der Finanzkrise genau das passiert ist. Als in der Finanzkrise die irische Regierung und der IWF Anleihegläubiger der insolventen Banken leer ausgehen lassen wollten, hat Deutschland indirekt über die EZB alles vereitelt. Warum sollte es in der Stahlbranche anders laufen als bei den Banken, der Automobilindustrie, der Luftfahrt oder den großen deutschen Energiekonzernen? http://norberthaering.de/de/27-german/news/550-ezb-irland-2 Manfred Claassen

Die EU hat ja schon reagiert, nämlich mit Strafzöllen zwischen 13 und 16 Prozent gegen China und Russland. „Wir können keinen unfairen Wettbewerb durch künstlich billige Importe zulassen, die unsere Industrie bedrohen“, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Nur hatten die Stahlkonzerne auf wenigstens 60 Prozent Strafzölle gehofft.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/handelsblatt-stahltagung-branche-sendet-einen-notruf/12970030-2.html Daniel LoFiego

Ich glaube nicht, dass sich die EU-Kommission je nach Länderwappen mehr oder weniger einsetzt. Gut ist aber auf jeden Fall, dass der Protest gegen (tatsächliches oder behauptetes) China-Dumping offenbar gleich von sechs europäischen Staaten getragen wird. Das kann auch ThyssenKrupp helfen.
http://www.t-online.de/wirtschaft/energie/id_76986650/bruessel-stahlarbeiter-protestieren-gegen-billigkonkurrenz-aus-china.html Sabine Guenes

Kurze Phase der Entspannung der ThyssenKrupp-Aktionäre ist vorbei. Schwaches Stahlgeschäft zieht TK wieder in die roten Zahlen. Im Ende Dezember 2015 abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2015/2016 blieb ein Minus von 23 Millionen Euro.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-stahlgeschaeft-reisst-konzern-in-rote-zahlen-aid-1.5763091 Alexandra FuhrmannAntworten 1

Wenn der Stahl solche Probleme macht und ThyssenKrupp ansonsten auf die Beine kommt, kann diese Meldung den Aktionären Hoffnung machen: Offenbar will die EU-Kommission etwas gegen die Billigstahlschwemme aus China unternehmen, eine Anti-Dumping-Ermittlung. Ob das etwas bringen wird, ist eine andere Frage.
http://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/Thyssenkrupp-Aktie-Rote-Zahlen-lassen-Anleger-kalt-EU-Kommission-startet-Anti-Dumping-Ermittlungen-gegen-China-1001042856 Günter MeermannAntworten

Keine guten Prognosen auch für das Stahlgeschäft in Amerika: "Im vergangenen Geschäftsjahr weitete die Sparte ihre Verluste aus ...", schreibt finanzen.net
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/AUSBLICK-Sinkende-Stahlpreise-bereiten-Thyssenkrupp-Probleme-4729566 Jochen SendlingerAntworten 0

Und der nächste Stahl-Hammer: Die Rohstahlproduktion ist im Januar 2016 nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl um 2 Prozent niedriger ausgefallen, als im Januar 2015. Und die ThyssenKrupp-Aktie fällt und fällt.
http://www.deraktionaer.de/aktie/thyssenkrupp-und-salzgitter--214920.htm Steffi KrellingAntworten 0

Wieder Angst um die Stahlsparten: "Wenn China unverdient von der EU als Marktwirtschaft eingestuft wird, kann sich die EU-Stahlindustrie nicht mehr gegen unfaire Einfuhren schützen", sagte Stahlverbands-Chef Hans Jürgen Kerkhoff der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nina BacksAntworten 0

Cevian und Union Investment wehren sich offenbar gegen die geplante Dividendenzahlung. ThyssenKrupp stehe finanziell zu schlecht da. http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEKCN0V61RL Kai RoelkeAntworten 1

Spricht das dafür, dass die beiden für Anteilsverkäufe sind, um finanziell besser dazustehen und dann auch wieder eine Dividende zahlen zu können? Sabine GretnerAntworten

Was ist eigentlich aus den Korruptionsfällen geworden, etwa diesem Schienenkartell? Kommen da noch Belastungen, die den Finanzspielraum einschränken? Die Verschuldung an sich ist doch deutlich gesunken, auf 3,4 Milliarden zuletzt. Das gibt doch Spielraum. Jana WolfAntworten 1

ThyssenKrupp hat immer noch kein Investment-Grade. Viel Geld wird da nicht auf Pump für einen größeren Umbau zusammen kommen. Wenn, dann müssen wohl Sparten verkauft werden. Aber Ex-RWE-Chef Großmann soll ja vor ein paar Jahren Interesse an der Stahlsparte von ThyssenKrupp gehabt haben. Vielleicht kommt es ja auch zu so einer Abspaltung. Nils KlammannAntworten 1

Anmerkung dazu: ThyssenKrupp-Chef Hiesinger sagte vor ein paar Tagen im Interview mit der Zeitschrift Euro am Sonntag: "Zugegeben, unsere Finanzkennziffern waren schwach und sind es noch. Damit können wir uns nicht zufriedengeben." Karsten StummAntworten

Aktuell zumindest macht der Stahl keine positiven Nachrichten. Die UBS sagt, Thyssen-Krupp-Aktien verkaufen. Grund: Das Dreijahrestief bei der weltweiten Rohstahlproduktion im Dezember 2015. Jochen SendlingerAntworten 0

Sollte ThyssenKrupp vom Stahl weg wollen, dann dürften die Großaktionäre eine wichtige Rolle spielen. Und macht dabei die Krupp-Stiftung mit? Der zweitgrößte Anteilseigner nach der Stiftung ist ja Cevian, und die haben auch schon bei anderen Beteiligungen große Umstrukturierungen mitgetragen. Sabine GuenesAntworten 1

In diesem Zusammenhang heute: "Thyssenkrupp wird sich von weiteren Sparten trennen müssen, um das Eigenkapital zu stärken und die Verschuldung in den Griff zu bekommen", sagte Union Investment Fondsmanager Ingo Speich der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung." Karsten StummAntworten

Stahl ist für ThyssenKrupp doch eh ein auslaufendes Geschäft. Die Musik spielt doch schon heute ganz woanders. Man muss sich doch nur mal den potenziellen U-Boot-Auftrag für TKMS in Australien ansehen. Da geht es um 32 Milliarden Euro Umsatz. Wenn ThyssenKrupp dort den Zuschlag bekommt, sind die zwei Milliarden Ebit doch schon so gut wie erreicht. Sabine GretnerAntworten 1

Dazu müssen sie den Auftrag erstmal bekommen. Die Konkurrenz ist ja jetzt nicht gerade die zweite Reihe der Industriekonzerne: Mitsubishi Heavy Industries und Kawazaki Heavy Industries (Japan) und DCNS (Frankreich). Günter MeermannAntworten

Die Vergabe dürfte wohl eher eine politische Entscheidung sein. Ob sich da am Ende soviel Geld mit verdienen lässt, sei mal dahingestellt. Das Potenzial liegt wohl eher im Automobilbau und der Aufzugsparte. Kai Roelke

ThyssenKrupp hat meiner Meinung nach weiterhin das Problem, dass die Stahlerzeugung wie ein Gewicht an dem Konzern hängt. Das hat Hiesinger selbst auch mal einer Zeitung gesagt, und zwar hier: http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article150543672/Deutschland-verschlechtert-sich-staendig.html Mia SaundersAntworten 1

Offenbar ist die Stahlerzeugung nicht nur ein Problem für TK: ArcelorMittal streicht die Dividende und will eine Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro zum Schuldenabbau. Haben wohl 16 Milliarden Euro Schulden.
http://www.deraktionaer.de/aktie/thyssenkrupp-und-salzgitter-naechster-schock-stahl-crash-geht-weiter-214080.htm Marcel StockmannAntworten

Es wird wohl weniger darum gehen, die Sparte nicht loswerden zu wollen, sondern nicht loswerden zu können. In Brasilien wird Jahr für Jahr ein dreistelliger Millionenverlust eingefahren, weil sie das Werk nicht verkauft bekommen. Und in Europa liefern die Chinesen inzwischen Stahl, der qualitativ mit dem Krupp-Stahl mithalten kann - nur eben zu Dumping-Preisen. Sven PietschAntworten

Vielleicht interessant dabei: Stahl (Europa und Amerika zusammen) machen rund 13 Milliarden Umsatz bei ThyssenKrupp aus. Der Gesamtkonzern kommt ungefähr auf 40 Milliarden Euro Umsatz. Karsten StummAntworten