Kabel Deutschland AG

Kabel Deutschland vs. Vodafone

Mindestens 225 statt 85,53 Euro Barabfindung: Mit dieser Forderung hat der US-Hedgefonds Elliott für Aufregung im Spruchverfahren von Kabel Deutschland gesorgt. Lässt sich die Elliott-Forderung rechtfertigen? Und welche Punkte sind in diesem Fall die großen Stellschrauben? Lesen Sie in dieser Debatte Antworten auf Fragen wie diese.

Was ist eigentlich aus der Sonderprüfung geworden, die 2013 von der HV beschlossen wurde? Liegen da schon Ergebnisse vor? Susann IrmwegAntworten 0

Jetzt hat das Landgericht München eine neue Sonderprüfung angeordnet. Zu prüfen sind mögliche Pflichtverletzungen / Unredlichkeiten der Geschäftsführung im Zuge der Übernahme durch Vodafone. Im Ergebnis soll der Sonderprüfer seine Prüfung fortsetzen. Es gäbe Anhaltspunkte dafür, dass der Wert pro Aktie statt 87 Euro 104 Euro betragen hat. Außerdem seien die Synergien nicht voll berücksichtigt. Alfred ZabsAntworten

Feststellungen des Sonderprüfers zu Synergien sind aber zukunftsgerichtet, genauso wie die Bewertung im Spruchverfahren. Die muss das Gericht dann auch berücksichtigen Kenner1 Kenner1

Muss das Landgericht das nun im Spruchverfahren berücksichtigen? Henriette Kleistow

Immerhin besteht Amtsermittlungspflicht. Ignorieren kann das Gericht einen Sonderprüfungsbericht daher nicht. Allerdings sind die Stichtage nicht identisch; also irgendeine Lücke werden Juristen schon finden Alfred Zabs

Muss das Landgericht das nun im Spruchverfahren berücksichtigen? Henriette Kleistow

Hallo Frau Irmweg,
der Sonderprüfer hatte seinen Bericht vorgelegt; darin kam er zu dem Schluss, dass Anhaltspunkte für Fehlverhalten des Vorstands vorlägen und der Übernahmepreis zu niedrig sein könnte. Den Nachfolgeantrag, diesen Verdacht durch eine neue Sonderprüfung zu untersuchen, hat Vodafone abgebügelt. Heike WinkelAntworten

Schlimm fand ich, das die Prüfer ständig Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Ergebnismarge soll mit denen anderer Kabelunternehmen übereinstimmen. Welche denn? Unitymedia als Konkurrent in Deutschland ist doch gar nicht in den Gebieten von KDH tätig und umgekehrt. Und Amerikaner mit KDH zu vergleichen, wenn der Prüfer selbst sagt, dass die bedingt durch härteren Wettbewerb niedrigere Margen erzielen, geht gar nicht! Harald AuberAntworten 0

Genauso wie die Behauptung, Unitymedia habe sich die höhere Internetpenetranz zu Lasten der Marge erkauft; und dann muss der Prüfer zugeben, dass die Ergebnisse von Unitymedia aus ganz anderen Gründen niedriger waren, nämlich Finanzergebnis. Das stimmt doch alles hinten und vorne nicht. Mark FauchtAntworten

Ich kann diese Endlosschleife der Prüfer nicht mehr hören: „Wir haben uns die Planansätze der Gesellschaft erläutern lassen; die fanden wir plausibel.“ Wenn dann nachgefragt, wie haben Sie plausibilisiert, heißt es: „Durch Gespräche mit Experten.“ Fragt man nach, wer diese Experten waren, kommt endlich raus, dass die „Experten“ allesamt von Vodafone sind. Mark FauchtAntworten 0

Hattet ihr übrigens den Wedding gesehen? Der war so durchgeschwitzt vom nervös sein – der hat mehr geschwitzt als Marco Rubio in seinen schlimmsten Auftritten. Ich hab noch nie Schweißlachen durch den Anzug gesehen. Aber Grund hatte er ja. Er konnte schließlich praktisch keine Antwort selbst geben. Nur die Nestler hat geantwortet. Der Mann konnte einem fast schon leid tun, als er dann auch noch gefragt wurde, ob er deren Antworten für sich wenigstens übernimmt. Der BeobachterAntworten 0

Ja, die letzte Verhandlung war schon bemerkenswert. Wie die Vertragsprüfer rumeierten, dass zwar Kabel dauerhaft ein besseres Produkt als alle VDSL-Anbieter – nämlich schnelleres Internet – zum gleichen Preis anbieten kann, aber trotzdem keinen Wettbewerbsvorteil haben soll, versteht wohl außer denen keiner. Reingefallen ist auch der Anwalt von Vodafone mit seinem Vergleich, in einer 30er-Zone würden Porsche und Polo eben beide nur 30 fahren. Da ist schon richtig angemerkt worden, dass sich wohl jeder für den Porsche entscheiden würde, wenn Porsche und Polo gleich viel kosten würden. Würd ich jedenfalls auch so machen – und wenn ich dann in der 30er-Zone damit 30 fahre. Nes TleRAntworten 0

Was man so hört, müssen die Vertragsprüfer bei der letzten mündlichen Verhandlung ja wirklich nicht überzeugt haben. Nicht einmal eine Preisanalyse der Produkte der Wettbewerber haben sie selbständig durchgeführt. Wenn man das nicht tut, wie will man dann überhaupt sinnvoll bestimmen, wie sich das Wachstum von KD – die ja nun mal im Wettbewerb stehen – entwickeln wird? Dass sich das Gericht so etwas bieten lässt, verstehe ich nicht. Der BeobachterAntworten 0

Kann mir kaum vorstellen, dass da nur Spezialfonds investiert waren. KD ist immerhin MDAX-Wert, d.h. da müssen einige große drin sein. Die Liste der Kläger müsste doch entsprechend lang sein? Was sieht es denn bei Deka, DSW etc aus? Haben sich diese Player überhaupt mal im Rahmen Ihrer Fonds zu Spruchverfahren geäußert? A. BolléAntworten 0

Fragen Sie mal bei Lupus Alpha. Vielleicht haben die was gehört E. HaglAntworten 0

Das finden Sie nur mit viel Mühe heraus. Schauen Sie ins Telefonbuch und telefonieren Sie die Fonds ab. Wenn Sie was rausfinden – sofort posten! E. HaglAntworten 0

Hat ein spezialisierter Fonds mit geklagt gegen Vodafone? Hat der Fonds auch Chancen, da noch was rauszuholen? Lohnt also der Einstieg bei dem Fonds jetzt – oder macht sich das im Kurs des Fonds wohl gar nicht bemerkbar? N. LackmayrAntworten 0

Hallo Herr Bollé,
als Annäherung kann man die Kosten überschlagen:
Für die Übernahme von Kabel Deutschland hat Vodafone den Altaktionären 84,53 Euro geboten. Insgesamt halten die Altaktionäre (Barclays, Blackrock, Elliott u.a.) gemeinsam noch rund 20,74 Millionen Aktien. Das entspricht rund 1,753 Milliarden Euro. Sollte nun tatsächlich eine Barabfindung - wie von Elliott gefordert - von mindestens 225 Euro für Vodafone fällig werden, ergäbe sich ein Betrag von mindestens 4,666 Milliarden Euro. Das heißt, Vodafone müsste knapp drei Milliarden Euro draufzahlen. Vodafone bringt nun an der Börse derzeit rund 77 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung auf die Waage (bei einem Kurs von 208 britischen Pence). Drei Milliarden Euro einmalige Kosten würden den Aktienkurs entsprechend drücken, aller schlechtesten Falls um eben die genannten knapp drei Milliarden Euro. Das hieße, der Konzern wäre dann nicht mehr 77 Milliarden, sondern nur noch 74 Milliarden Euro wert, oder in Aktienpreisen ausgedrückt: statt 208 Pence nur noch 200 Pence, was einem Kursverlust von rund 4 Prozent entspräche. VzfK e.V.Antworten 0

Hallo,

wie realistisch ist es denn, dass die Forderungen der Kabel-Deutschland-Aktionäre erfüllt werden? Als Aktionär von Vodafone interessiert mich, was es Vodafone kosten würden, müssten sie den Aufschlag auf die Barabfindung an die ehemaligen KabelDeutschland-Aktionäre bezahlen. Gibt es hierzu Berechnungen oder Schätzungen? A. BolléAntworten 0