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Deutsche Wohnen AG attackiert Vonovia-Strategie

Die Abwehr der Deutsche Wohnen gegen die Übernahme durch ihre Konkurrentin Vonovia wird energischer. Jetzt die Deutsche Wohnen auch die Besitzer von Wandelanleihen in die Fehde hinein.

Es ist eine Auseinandersetzung, die immer entschlossener geführt wird. Weder will die Deutsche Wohnen AG den Übernahmeversuch durch den Branchenprimus Vonovia hinnehmen, noch will Vonovia als größtes hiesiges Wohnungsunternehmen seine feindliche Offerte für die Deutsche Wohnen zurückziehen.

Jetzt hat das Management der Deutsche Wohnen womöglich einen neuen Hebel gefunden, um den Verlust der Selbständigkeit doch noch zu verhindern.

© Deutsche Wohnen

So erwägt der Berliner Immobilienkonzern nach eigenen Angaben, Besitzer von Wandelschuldverschreibungen mit Bargeld abzufinden, anstatt ihre Wertpapiere in Aktien der Deutsche Wohnen zu wandeln. Und dieser Kniff könnte Folgen für den Übernahmekampf gegen den Bochumer Konkurrenten Vonovia haben.

Dann hätten die Besitzer der Wandelanleihen in ein paar Tagen keine Aktien der Deutsche Wohnen AG mehr in ihren Depots, die sie an Vonovia verkaufen könnten. Und auf die Anzahl genau dieser Titel scheint Branchenprimus Vonovia beim Übernahmeversuch angewiesen zu sein.

So hatte Stefan Kirsten, Finanzchef der Vonovia SE, hatte am 26. Januar 2016 die Annahmequote für sein Angebot gesenkt, zudem die Frist für die Annahme bis zum 9. Februar 2016 verlängert – beides auch mit dem Hinweis, dass die Besitzer der Wandelanleihen ihre künftigen Aktien der Deutsche Wohnen wohl der Vonovia an einem für sie möglichen Zeitpunkt verkaufen würden. Und dass schon deshalb die angestrebte Mehrheit beim Konkurrenten Deutsche Wohnen trotz reduzierter Annahmequote in Reichweite bliebe.


Ganz von der Hand zu weisen war das Argument des Vonovia-Finanzvorstands offenbar nicht. „Damit versucht die Vonovia, die Kontrolle über die Deutsche Wohnen mit Hilfe der Gläubiger der Wandelanleihen zu gewinnen und sich dem Votum der Aktionäre zu entziehen“, schrieb die Deutsche Wohnen in einer Mitteilung.

© Deutsche Wohnen

Nun, wenige Tage später, versucht die Deutsche Wohnen, genau diesen Plan der Vonovia zu durchkreuzen. Und ruft dadurch wieder den Rivalen auf den Plan.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Deutsche Wohnen keine Basis für eine Cash-Settlement-Option hat“, sagte Vonovia-Finanzvorstand Stefan Kirsten in einer Telefonkonferenz. Deutsche Wohnen sei verpflichtet, die Aktien zu liefern.

Prompt hält die Deutsche Wohnen dagegen: „Wir werden den Rückzahlungsbetrag selbstverständlich sauber ermitteln. Und sollten wir von dem Wahlrecht Gebrauch machen, zahlen wir den Wandelschuldverschreibungs-Gläubigern den entsprechenden Cash-Betrag“, zitiert Dow Jones Newswires einen Deutsche-Wohnen-Sprecher.

Noch lässt sich nicht vorhersagen, wie der Übernahmekampf ausgehen wird. Am 2. Februar 2016 hatte Vonovia nach eigenen Angaben erst 27,7 Prozent aller Deutsche-Wohnen-Aktien unter Kontrolle. 5 Prozent davon seien durch eigene Käufe auf dem Markt zusammengekommen.

Die Mindestschwelle für das Gelingen der Übernahme liegt bei 44 Prozent – zuzüglich der Deutsche-Wohnen-Titel, über die dann die jetzigen Besitzer der Wandelschuldverschreibungen der Deutsche Wohnen verfügen werden. Sofern sie diese dann auch besitzen, und von der Deutsche Wohnen eben nicht vorsichtshalber mit Bargeld abgefunden worden sind.

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