Constantin Medien AG

Constantins Hauptversammlung gleich an zwei Tagen

Am Mittwoch, den 9.11 kommt es zum Show-down in der Hauptversammlung der Münchener Constantin Medien AG. Zwei ungefähr gleich große Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Auf der einen Seite der Schweizer Bernhard Burgener, das Brain hinter dem hochprofitablen Sportvermarktungsgeschäft (UEFA Champions League), der zusammen mit dem legendären Bernd Eichinger gemeinsam auch das Filmgeschäft aufbaute. Auf der anderen Seite Dieter Hahn, rechte Hand des verstorbenen Medientycoons Leo Kirch. Hahn ist Aufsichtsratsvorsitzender von Constantin und kontrolliert mit Getreuen offiziell knapp unter 30 Prozent der Aktien. Im Juli prallten Hahn und Burgener erstmalig aufeinander. Hahn will Burgener isolieren oder gar aus dem Konzern drängen um das Filmgeschäft der Constantin verkaufen zu können. So versuchte er im Juli den Aufsichtsrat von Burgeners Unterstützern zu säubern und mit Getreuen zu besetzen. Das erwies sich als schwierig, denn Burgener hatte heimlich Aktien gekauft und sich zudem der Unterstützung großer Investoren versichert. Als seine Mehrheit gefährdet schien, zog sein von ihm als Versammlungsleiter bestimmter Rechtsanwalt Franz Enderle die Notbremse: Nach mehreren langen Diskussionen über den Ausschluss von Burgener-Aktien, langen Pausen und Problemen mit angeblich defekten Stimmgeräten ließ Enderle über eine Vertagung abstimmen. Kurz vor Mitternacht vertagte sich die HV und so kommt es nun morgen zum nächsten Aufeinandertreffen der feindlichen Lager. Eine mediale Schlacht tobt seit Wochen. Beide Seiten haben aufgerüstet. Die Eskalation ist vorprogrammiert; denn die Münchener Justiz sitzt einen Antrag auf gerichtliche Bestimmung eines neutralen Versammlungsleiters aus. Eine Entscheidung des OLG lässt bis heute auf sich warten. Ein Etappensieg für den Hahn-Vertrauten Enderle aus der in Münchener Justizkreisen bestens verdrahteten Kanzlei Bub Gauweiler? Doch an anderer Stelle läuft es für Hahn gar nicht gut. Während Hahn morgen um Zustimmung für den Verkauf des Filmgeschäfts wirbt, muss der Vorstand im verbleibenden Sportbereich rund 25 Prozent der Mitarbeiter freisetzen, keine wirklich gute Werbung für eine Konzentration auf diesen Bereich. Es wird spannend morgen. Wir berichten live aus München