Ergo Versicherungsgruppe AG

Ergo vs. Munich Re

In der Ergo Versicherungsgruppe AG hat der Münchener Rückversicherer Munich Re sein Erstversicherungsgeschäft gebündelt. Mitten in der Finanzkrise folgte die Komplettübernahme durch Squeeze-out. Das erschwert die Bewertung der Ergo bis heute. Bekommen die Altaktionäre womöglich zu wenig für ihre Anteile?

Soweit ich weiß nicht. Allerdings hatte der Richter schon in der Verhandlung angekündigt das er nicht verstehen kann warum nicht auch Kirchensteuer in die Bewertung einfließen solle. Scheint ein Steckenpferd des Richters zu sein. Harald AuberAntworten 0

Kirchensteuer? Sehe ich das richtig, dass das Gericht Kirchensteuer abgezogen hat? Hat es das schon mal gegeben? Joachim FischerAntworten 0

Nein; das Gericht ist da völlig frei; es darf die Barabfindung nur nicht unter dem Betrag festlegen der beschlossen wurde. Das ist hier ja auch nicht passiert, weil das Gericht den Zinssatz so deutlich angepast hat. Harald AuberAntworten 0

Ist das Gericht nicht an die Planung als Mindestwert gebunden? Thomas FelsnerAntworten 0

Die Gesellschaft hatte ursprünglich nur 2 Jahre geplant. Die MüRück hatte dann noch ein Prognosejahr eingeschobenwelches Gewinn von 340 Mio. vor Einkommensteuer auswies. In der ewigen Rente sollte der Gewinn dann 615 Mio. vor Einkommensteuer betragen. Das Gericht hat nun das dritte Jahr ganz gestrichen und in der ewigen Rente einen Gewinn von nur 484 Mio. Euro angesetzt also deutlich weniger als die MüRück selbst zugestand hat. Harald AuberAntworten 0

Wieso? Was hat das Gericht denn mit der Planung gemacht? Thomas FelsnerAntworten 0

Also am Zinssatz lässt sich wohl kaum was machen. Endlich mal ein Gericht, dass eine Marktrisikoprämie, auch nach der Finanzkrise, von 3,24 Prozent ansetzt. Was mir nicht gefällt, ist wie das Gericht mit der Planung umgegangen ist. Harald AuberAntworten 0

Zunächst einmal muss der Beschluss wohl nochmal geändert werden. Denn im Beschluss errechnet das Gericht ja eine Barabfindung von 109,92 € und nicht 109,32 €. Das wären dann rund 12,5 Prozent mehr. Uwe DambacherAntworten 0

12 Prozent Erhöhung ist ja nicht schlecht; Was denkt ihr? Thomas FelsnerAntworten 0

Der vorsitzende Richter Dr. Bronczek, hatte in der Verhandlung wieder seine Aversion gegen die Diskussion gezeigt, wie hoch die anzusetzenden Marktrisikoprämien ausfallen sollen. Was eigentlich als „kleine Vorbemerkung“ von ihm angekündigt worden war, geriet zu einer Grundsatzabrechnung mit den Wirtschaftsprüfern. Solange die den Richtern keine belastbaren Verfahren zur Ermittlung von Marktrisikoprämien an die Hand gäben, so lange würde er diese Diskussion auch nicht mehr führen. Basta. Und deshalb entscheide die Kammer nun: Die Marktrisikoprämie werde mit 4,0 bis 4,5 Prozent angenommen. Entsprechend sollen die Prüfer nun mit Werten in dieser Bandbreite rechnen. W. BaumAntworten 0

Wie kam denn die Festlegung auf die Marktrisikoprämien zwischen 4,0 und 4,5 Prozent zustande? N. LackmayrAntworten 0

Zu den verwendeten Bewertungsverfahren der Ergo hatten die Prüfer in der Verhandlung vom 21. Januar Stellung bezogen. Der Grund, warum sie das oftmals zur Bewertung von Versicherern empfohlene Verfahren (das Market Consistent Embedded Value-Verfahren) nicht anwendeten, seien die Verwerfungen an den Finanzmärkten durch die Lehman-Krise gewesen. Denn die Bezugsgrößen, die sie bei Anwendung dieses Verfahrens hätten heranziehen müssen, seien im Bewertungszeitraum durch die Finanzmarktturbulenzen seiner Zeit „grotesk verzerrt“ gewesen. Deshalb hätten die Prüfer ein anderes Verfahren genutzt. Unklar allerdings blieb, ob das Verfahren nicht doch zur Anwendung gebracht werden könnte, wenn als Bezugsgrößen die gemittelten Vorkrisen- und Nachkrisenwerte herangezogen würden. Allerdings ist man da natürlich einer Schätzung näher als einer Rechnung. W. BaumAntworten 0

Könnte vielleicht jemand erläutern, wie die Prüfer auf die Ideee kamen, ein branchenuntypisches Bewertungsverfahren anzuwenden? N. LackmayrAntworten 0